Vor kurzem war ich mal wieder im Kino, um mir den dritten Teil der Science-Fiction-Reihe „Avatar“ anzuschauen. Als 2009 der erste Teil erschien, nahm ich das zum Anlass, einige Gedanken für den Gemeindebrief niederzuschreiben:
„Jesus – ein Avatar?! Ein abwegiger Gedanke?
So abwegig ist das zunächst nicht. Ein Avatar ist in der hinduistischen Religion, aus der der Begriff stammt, die „Verkörperung“ eines göttlichen Wesens, vor allem des Gottes Vishnu. Der Regisseur des Films „Avatar – Aufbruch nach Pandora“, James Cameron, benutzt in einer Erläuterung die Begriffe „incarnation“ und „flesh body“. Da liegt der Gedanke an den Bibelvers „Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns“ (Johannes 1,14) nahe.
Der sehenswerte Kinofilm „Avatar – Aufbruch nach Pandora“ erzählt von dem querschnittsgelähmten Jake Sully, der nach Pandora reist. Pandora ist ein von humanoiden Ureinwohnern, den Na’vi, bewohnter Planet, dessen Atmosphäre für Menschen tödlich ist. Er birgt jedoch ein Erz, das die Lösung aller irdischen Energieprobleme verspricht. Um eins der größten Erzvorkommen ungehindert ausbeuten zu können, sollen die Na’vi mit Hilfe der Avatare umgesiedelt werden. Avatare sind gezüchtete Wesen, eine Kombination aus menschlicher DNS und der DNS der Ureinwohner. Sie werden von Menschen mental gesteuert. Der Mensch befindet sich, während er den Avatar „lenkt“, in einer Art Schlaf. Jake „träumt“ sein Leben als Avatar, er verschmilzt schließlich so sehr mit seinem Avatar, dass er am Ende nicht mehr weiß, was Traum und was Wirklichkeit ist. Und weil der Film auch eine Liebesgeschichte zwischen Jake und einer Na’vi-Frau enthält, entscheidet er sich am Ende sein Leben als Mensch zu opfern, um den Planeten Pandora vor der ungezügelten menschlichen Gier zu retten.
Ist Jesus ein Avatar des biblischen Gottes? Wird Jesus ferngesteuert durch Gottes Geist, und wieder verlassen, als er am Kreuz stirbt? NEIN! Jesus ist mehr und anderes als ein Avatar. Gott bleibt, als Schöpfer der Welt und des Kosmos, Gott. Aber er wird in Jesus auch ganz und gar Mensch, wahrer Mensch, mit einem durch und durch menschlichen Leben. Jesus Christus, der als Mensch Gottes Sohn ist, leidet und stirbt für seine Schwestern und Brüder am Kreuz. Und es ist eben nicht nur der Geist oder die Seele Jesu, die auferweckt wird und weiterlebt. Die Bibel redet von einer leiblichen Auferweckung Jesu, in einem dann zwar verklärten Leib, aber doch so, dass die Nägelmale der Kreuzigung immer noch sichtbar sind – und wenn Thomas gewollt hätte, auch fühlbar gewesen wären. „Gott wurde Mensch, damit der Mensch vergöttlicht werde“, damit der Mensch als Mensch wieder Zugang zu Gott bekommt. Und so will Gottes Heiliger Geist uns in der Nachfolge Jesu zu wahrem Menschsein befreien, damit wir aufstehen und – wie Gott es in Jesus tat – für das Leben auf unserem Planeten einstehen können.“

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